Takanakuy – Wenn das Blut kocht

Takanakuy
(Quechua für wenn das Blut kocht[1]) ist ein in den südlichen Anden Perus verbreitetes rituelles Fest. Vor dem Kampf finden rituelle Tänze, Musik und Zeremonien statt. Es handelt sich um öffentlich ausgetragene Kämpfe zwischen zwei Gegnern, die sich in der Mitte eines Kreises aus Zuschauern gegenüberstehen. Beim Kämpfen treten sowohl Frauen als auch Männer gegeneinander an. Schiedsrichter sorgen dafür, dass die Beteiligten sich bei dem rituellen Kampf mit reinem Körpereinsatz nicht schwer verletzen. Der Sieger darf sich als Qorilaso bezeichnen.
Das Fest endet mit einem gemeinsamen rituellen Tanz aller Beteiligten. Ziel des Kampfes ist nicht primär, den Kampf für sich zu entscheiden oder den Gegner möglichst schwer zu verletzen, sondern den Kontrahenten zu ermöglichen, alle Zwistigkeiten zu bereinigen und über das Jahr aufgestaute Aggressionen abzubauen. Als Ritual hat Takanakuy auch die Funktion als öffentliches Forum für die Zurschaustellung von Männlichkeit und Mut (bravura), da die Teilnehmer, obwohl angeblich in Verkleidung, in der Tat erkennbar sind.[2]
Bereits Kinder üben sich spielerisch in takankuy, indem sie sich beim Tanzen gegenseitig aus einem Kreis (Spielfeld) ohne Zuhilfenahme der Hände mit den Schultern schubsen.[3]
In Santo Tomás, dem bekanntesten Austragungsort, findet das Festival am Weihnachtstag statt.

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